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Wie der Chronist berichtet, bestätigte am 3. Juli 1588 der brandenburgische Kurfürst Johann Georg (1571 1598) die Eberswalder Schützengilde. Aus dieser Urkunde ist zu entnehmen, dass um 1588 die Eberswalder Schützengilde bereits bestand. Wann sie gegründet wurde, ist nicht mehr zu ermitteln. Wir wissen, dass erste Schützengilden in unserer Region bereits um 1418 entstanden. Das vermutliche Gründungsdatum der Eberswalder Schützengilde zum Zwecke der städtischen Verteidigung liegt um das Jahr 1424. Jede Gilde gab sich ein Statut, das vom Örtlichen Rat oder sogar vom Kurfürsten bestätigt wurde. Danach wählten sie einen Hauptmann oder Gildemeister, einen Kleinodienmeister, der die silbernen Gildezeichen, Festpokale und Schützenketten verwahrte, und einen Pritschenmeister (Spaßmacher). Beim jährlichen Wettschießen wurde der beste Schütze zum Schützenkönig ernannt, während der Schütze mit dem schlechtesten Schuss durch den Pritschenmeister mit Schlägen bestraft wurde. Später bestrafte man Fehlschüsse mit Bußgeldern zugunsten der Gildekasse. Wer Mitglied der Schützengilde werden wollte, musste nach dem Statut die Bürgerrechte erworben haben. Er musste ehrbar sein, sollte weder fluchen noch lästern und stets in einem löblichen Gewande auftreten. Weiterhin hatte er der Gildekasse 10 Gulden, dem Stadtschreiber 6 Groschen und der Kirche eine weitere kleine Summe zu entrichten. Über das Schicksal der Eberswalder Schützengilde im 17.Jahrhundert
berichtet der Chronist leider nichts. 1703 ließ der erste Preußenkönig Friedrich I.
(1701 1713) die Gilden in der Mark erneuern und zu Schützenkompanien formieren.
Die Eberswalder Kompanie war so stark, dass sie 1705 1707 ihr erstes Schützenhaus
errichtete. 1711 bestand die Kompanie aus Kapitän, Leutnant, Fähnrich,
Adjutanten,
Freikorporal, 4 Sergeanten, 5 Korporalen und 109 gemeinen Schützen. Aber schon 1713/14
wurden die jährlichen Förderungen eingestellt und aus den Schützenkompanien wurden
private Vereine, die höchstens noch durch die Städte gefördert wurden. Auch in
Eberswalde gingen die Aktivitäten der Schützen zurück, die Stadt annektierte das
Schützenhaus und verkaufte es 1723.
Anfang 1818 meldeten sich 80 Mann als
Mitglieder einer neuen Schützengilde. Sie beschlossen am 6. April 1818, auf dem
Schanzenberg einen Schießstand zu errichten. Hier fand am 12. Mai 1818 das erste
Scheibenschießen statt. Kaufmann D.F. Meißel wurde hier erster Schützenkönig. Er
stiftete eine neue Gildefahne, die am 3. Pfingstag 1819 vom Bürgermeister geweiht wurde.
Schützenkönig 1819 wurde Ch. F. Schönebeck, dessen Auszeichnung, ein großer
8-strahliger silberner Stern mit entsprechender Gravierung den Mittelpunkt der Eberswalder
Königskette bildete. Danach entstanden die Schützenketten für den 1. und 2. Ritter,
für den Vogelkönig und erst 1928 für den Kleinkaliber - Schützenkönig. Die
wiedererstandene Gilde gab sich bereits 1818 ein neues Statut, das in der Folgezeit den
Verhältnissen angepasst wurde, so 1825, 1845, 1871.1826 entstand anstelle der 1818 errichteten
und später abgebrannten Schützenlaube ein festes Schützenhaus, das bis 1945 bestand. Ab
Ende der 1920er Jahre machte sich nationalistisches Gedankengut im Verein bemerkbar und
1942 hörte er auf, zu bestehen. Für die Zeit von 1818 bis 1938 (außer den Jahren 1828,
1842, 1915 1919, in denen kein Königsschießen ausgetragen wurde) sind uns die
Namen der Schützenkönige bekannt. |